Interview mit den Gründern vom Vegan Gravel Camp, 24.02.2021, 20:30 Uhr

„Klassisch Pizza und Nudeln wird es bei uns nicht geben.“

Aus einer anfänglichen Spinnerei ist es entstanden – das Vegan Gravel Camp. Vom 26.-30. Mai 2021 findet in Oderbrück im Harz das weltweit erste vegane Gravel Camp statt. 4 Tage leckeres veganes Essen, viel Natur, einige Höhenmeter und feinster Schotter unter den Reifen. Klingt nach einem Paradies für jede:n, der:die graveln liebt.

David lebt in Hamburg, ernährt sich seit 2007 vegan, läuft und hat früher Bikepolo gespielt. Nun ist er seit 2019 völlig im Gravelfieber und erkundet seitdem mit seinem Bombtrack Hook Ext den Harz und die Wege rund um Hamburg.

Elke lebt in Berlin, isst überwiegend vegan und kommt aus dem Laufsport. Sie läuft viel auf Trails und der Straße. 2020 wollte sie sich ein Rennrad kaufen, doch Corona hat ihr da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und so wurde es ein Gravelbike – das Cinelli Zydeco. 

David und Elke die Gründer vom Vegan Gravel Camp


The Gravel Club: Ihr zwei seid ja voll die Sportskanonen! Der eine in Hamburg, die andere in Berlin - woher kennt ihr euch?  

David: Tatsächlich haben wir uns letztes Jahr im Mai bei einem 25 km Traillauf im Harz durch Freunde kennengelernt und sind seitdem ein Paar. 

Elke: Lustigerweise genau 2 Tage bevor mein Gravelbike geliefert werden sollte. Das hab ich David dann auch stolz erzählt, der schon voll im Gravelfieber war.  

The Gravel Club: Was für ein Zufall! Das klingt alles ziemlich rund. Wie kam es dann dazu, dass ihr ein Gravel Camp veranstaltet? 

Elke: Die Idee ist mit einer gemeinsamen Freundin entstanden, die damals auch mit im Harz beim Traillauf war. Auslandsreisen sind durch Corona schwierig geworden und viele Gravel Camps sind im Ausland oder im Süden von Deutschland. Wir haben so herumgesponnen, gedacht es wäre total cool ein Camp in der Mitte von Deutschland zu veranstalten, dass gut für alle erreichbar ist und wo es gutes Essen gibt. Der Harz ist perfekt dafür! Dadurch, dass er in 3-4 Stunden aus fast allen Richtungen erreichbar ist, kann man auch gut nach Feierabend anreisen, ist flexibler und hat keinen riesigen Reiseaufwand als wenn man zum Beispiel nach Süddeutschland müsste. 

The Gravel Club: Das stimmt! So habt ihr vor allem die Chance mehr Menschen damit anzusprechen. Ihr bietet ausschließlich vegane Verpflegung an. Gab’s da keine Bedenken, dass es „abschreckend“ wirken könnte und dadurch weniger Menschen Interesse haben?

David: Die Teilnehmer:innen müssen nicht vegan sein, um an unserem Camp teilzunehmen. Ob Vegetarier:in, gerade in der Umstellung, Omnivore – alle sind herzlich willkommen. Es geht ein Stück weit darum mal was Neues auszuprobieren, was man vielleicht noch nicht kennt. Die Komfortzone verlassen. Es ist allen Teilnehmer:innen frei gestellt was sie essen, aber von unserer Seite aus wird es veganes Essen geben. 

„Da haben wir finanziell auch den größten Puffer für eingeplant - für gutes Essen.“ 

Sarah von Vegan Guerilla aus Hamburg

The Gravel Club: Mit gutem Essen steht und fällt jede Veranstaltung. Wieso habt ihr euch entschieden ausschließlich vegane Verpflegung anzubieten? 

David: Bei den meistens (Gravel-)Events gibt’s mittlerweile vegane Optionen, doch leider sind das oft keine tollen Mahlzeiten auf die man sich freut oder es ist einfach viel zu wenig davon da. Wir wollen das Pendant zu den bisherigen Events sein. Veganismus soll nicht stiefmütterlich behandelt werden und immer dieses Extra-Ding sein. Durchs Graveln haben wir viele Menschen kennengelernt und festgestellt, dass in der Szene die meisten Menschen der veganen Ernährungsform sehr aufgeschlossen gegenüber stehen.

The Gravel Club: Wer wird das ganze leckere Essen zaubern und auf was dürfen sich die Teilnehmer:innen freuen? 

David: Kochen wird für uns die liebe Sarah von Vegan Guerilla aus Hamburg. Sarah ist eine langjährige Bekannte von mir und als feststand, dass wir dieses Camp machen wollen, war klar, dass wir sie als Köchin dabei haben möchten. Sarah hat einen Blog (veganguerilla.de), bereits 2 Kochbücher geschrieben und ist selbst auch Radfahrerin. Sie weiß worauf es nach einem langen Tag auf dem Rad ankommt. Uns war wichtig, dass es nicht einfach nur einen Berg Nudeln gibt, sondern abwechslungsreiche, coole Küche mit frischen Zutaten.  

Elke: Wir bieten Frühstück und Abendbrot an. Für unterwegs kann sich jeder Obst mitnehmen und Brote schmieren – die guten, leckeren Stullen. Am Nachmittag gibt’s dann noch einen kleinen Snack. Der Menüplan steht auch schon. Das wird sehr lecker, aber wir verraten jetzt natürlich noch nichts. 

The Gravel Club: Wir sind gespannt! Apropos verraten, habt ihr die Routen für die Touren schon geplant und worauf achtet ihr dabei? 

Elke: Noch nicht final, aber durchs Trailrunning im Harz kennen wir uns mittlerweile gut aus und wissen welche Wege wann gut besucht sind und welche die beliebtesten Strecken sind. Da fahren wir dann natürlich nicht lang. Es wird auf jeden Fall pro Tag 2 unterschiedliche Strecken geben – 1 kürzere und 1 längere. Es wird kein Renntempo gefahren, ganz ohne Leistungsdruck. Der Spaß soll im Vordergrund stehen! Wir schauen auch, dass man unterwegs die Möglichkeit hat Wasser aufzufüllen zum Beispiel an Tankstellen oder Gasthäusern, dennoch sollte jeder mindestens 2 Flaschen am Rad unterbringen können.

The Gravel Club: Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen, dass das Wetter gut wird. In welcher Unterkunft kommen die Teilnehmer:innen unter? 

David: Wir verbringen die 4 Tage mitten im Nationalpark in Oderbrück in „The Cabin“. Eine Hütte mit 15 Einzel- und Doppelzimmern. Super gemütlich! Bei gutem Wetter kann man draußen sitzen und abends am Lagerfeuer gesellig beisammen sein. Im Haus gibt’s auch eine Bar mit Bierzapfhahn.

Elke: Oderbrück ist im Nirgendwo. Drumherum sind bloß ein paar Häuser und das WLAN ist nicht besonders gut. Die Routen sollen vorher besser heruntergeladen werden. Wir sind mitten in der Natur, machen Sport, trinken Bierchen und haben einfach eine gute Zeit!

The Gravel Club: Quasi ein Digital Detox. Auch nicht verkehrt. Zum Schluss wollen wir nochmal die harten Fakten erfahren. Wie viele dürfen teilnehmen, was kosten die 4 Tage und was passiert, wenn es aufgrund von Corona ausfällt?

Elke: Das Hygienekonzept des Hauses ist auf 26 Teilnehmer:innen plus uns beide, Sarah und ihre Assistentin ausgelegt. Es gibt Einzel- und Doppelzimmer und es dürfen maximal 2 Haushalte in einem Zimmer sein. 4 Nächte im Doppelzimmer kosten 470 € und wenn nachweislich mit dem Fahrrad oder der Bahn angereist wird, geben wir zusätzlich noch einen 20 € Autofrei-Rabatt.

David: Wir hoffen, dass Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht, aber je nach Inzidenz behalten wir uns vor, von allen Teilnehmer:innen einen negativen Corona-Test zu verlangen. Falls das Camp ganz ausfallen sollte, gibt’s das Geld zurück, aber wir haben auch einen Ausweichtermin im Herbst.

The Gravel Club: Wir hoffen, dass ihr den Ausweichtermin nicht brauchen werdet. Die Daumen sind gedrückt. Wir freuen uns auf Mai! 

Elke und David haben uns noch ein Rezept für richtig leckere vegane Riegel geschickt – perfekt als Stärkung auf Graveltouren. Das solltet ihr unbedingt probieren! 

Das Interview führten Sarah und Sascha von The Gravel Club.


Vegan Gavel Camp

Rezept:

Vegane Müsliriegel

Vegan Gravel Camp zum Rezept vegane Müsliriegel